Warnemünder Fußballer in Schwierigkeiten

Beim Fußball-Verbandsligisten SV Warnemünde läuft momentan kaum etwas, wie es soll. Vor allem Geldsorgen machen dem Verein zu schaffen.

Spieler gingen, weil sie ihr Geld nicht bekommen haben. Dort, wo längst gebaut werden sollte, rührt sich nichts. Der Gerichtsvollzieher klopfte an und die Sportanlagen an der Parkstraße haben schon bessere Tage gesehen. Die Fußballabteilung des SV Warnemünde (SVW) hat offenbar Probleme.

„Wir verheimlichen nicht, dass wir Verbindlichkeiten haben, so wie fast jeder Verein heute. Etwa 200 000 Mark aus Krediten“, sagt Präsident Dr. Frank Bartel. Mit dem Geld seien ein Gebäude zum provisorischen Vereinsheim umgebaut, das Erbbaurecht für die Fläche, auf der neu gebaut werden soll sowie die Miete für die von der Stadt gepachteten Sportanlagen bezahlt worden. Weitere 65 000 Mark schulde der Verein Spielern. Aus Verträgen, die vor seiner Zeit geschlossen wurden, so Bartel. Er habe nur Anschlussverträge unterschrieben.

Er selber habe Spieler von den Hansa-Amateuren abgeworben, sagt ein Ex-SVW-Kicker. „Wir sollten sagen, wieviel wir wollen, und er hat zugestimmt.“ Mehrere Sportler haben Anwälte eingeschaltet. Beim Amtsgericht ist nur zu erfahren, dass ein Vollstreckungsauftrag gegen den Verein vorliegt. „Der Gerichtsvollzieher war bei mir und wollte 21,20 Mark. Ich weiß nicht, wofür“, sagt Bartel. Die ausstehenden Spielergelder würden in Raten zurückgezahlt. Für die, die bleiben, „zahlen wir nur noch Siegprämien.“

Von einer Überschuldung oder gar Misswirtschaft will der Hansa-Arzt nichts wissen. Grund für die Geldknappheit sei das Abspringen von Sponsoren. Jetzt wolle er mit Sportlern, die nicht für Geld, sondern aus Spaß am Fußball kicken, den Verbleib in der Verbandsliga schaffen. Schwerpunkt sei für ihn die Kinder- und Jugendarbeit.

Das neue Vereinsheim werde noch nicht gebaut, weil die Verhandlungen über einen Bank-Kredit nicht abgeschlossen sind. „Wir haben veranlasst, dass wir die 700 000 Mark Fördermittel vom Land nächstes Jahr abrufen können“, sagt Bartels. Dieselbe Summe müsse der Verein an Eigenmitteln aufbringen. „Wir bekommen keine Hilfe von der Stadt“, klagt er. Stimmt nicht, widerspricht Sportamtsleiterin Brigitte Grüner: „Als wir von den Finanzierungssorgen erfuhren, haben wir versucht, Wege aufzuzeigen.“ Und die Stadt beteilige sich mit einer fünfstelligen Summe am Bau.

Über die Verwahrlosung der Sportanlagen klagt Wolfgang Holtz vom SV Warnemünde, von dem sich der Fußballverein 1999 abgetrennt hat. Nach Abriss des alten Sanitärtrakts gebe es nicht genug Umkleiden und Duschen. „Ob so der nächste Küstenwaldlauf stattfinden kann, ist unklar“, sagt Holtz. „Wieso? Wir haben Container mit mehr Platz als vorher“, so Bartel. Für die Pflege der Anlagen sei laut Pachtvertrag die Stadt zuständig. Auch das stimmt nicht, so Frau Grüner: „Wir haben dem Verein das Gelände überlassen, damit er es bewirtschaftet.“

RENATE SCHUMANN
Quelle: Ostsee Zeitung

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