Leichtathletik

Die Leichtathletik in Warnemünde kann auf eine langjährige Entwicklung zurückblicken. Diese Entwicklung ist geprägt durch das Interesse unserer Sportfreunde an dieser schönen Sportart und die Möglichkeit, diese in einer einmalig schönen Landschaft unmittelbar an der Ostsee ausüben zu können.

Bestimmt wurde die leichtathletische Entwicklung durch einige wenige Sportfreunde, die ihr Wissen und Können als Übungsleiter und / oder Funktionäre in der Sektions- bzw. Abteilungsleitung einbrachten. Da die damit verbundenen Lasten oft nur auf wenigen Schultern verteilt waren, blicken wir auch auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück.

Männer-Turn-Verein beim Staffellauf in Warnemünde
Männer-Turn-Verein beim Staffellauf in Warnemünde

Jahre mit großen Erfolgen wechselten sich immer wieder mit Zeiten der Stagnation und Ruhe ab. Auch veränderten sich die Ziele und Inhalte der leichtathletischen Betätigung. So folgten den frühen Gründerjahren die durch z. T. monatelange Ruhepausen gekennzeichneten waren, sehr mitgliederintensive und leistungsorientierte Zeitabschnitte in den klassischen Disziplinen der Leichtathletik (Laufen, Springen, Werfen). Diese wurden wiederum abgelöst durch eine stärkere Ausrichtung auf eine sportliche Betätigung zur Erhaltung und Verbesserung von Gesundheit und Kondition durch Wald- und Straßenläufe, kombiniert mit Radfahren, Wandern, Walking und Skating.

Eine geschichtliche Entwicklung lässt sich am besten durch Bildung und Beschreibung ihrer zeitlichen Abschnitte dokumentieren. Die nachfolgend aufgeführten Entwicklungsabschnitte sollen eine grobe Übersicht vermitteln und werden durch Bildmaterial ergänzt und durch Beiträge aus den jeweiligen Zeitabschnitten untermauert. Diese Textbeiträge wurden anlässlich des 60. Jubiläums unseres Sportvereins, zu denen unsere Abteilung seit seiner Gründung gehört, verfasst.

So fing alles an

Mit der Gründung unserer BSG 1949 entstand auch die Sektion Leichtathletik. Obwohl es nur sehr wenige Mitglieder gab, gingen bereits damals sehr bekannte Leichtathleten aus unserer Sektion hervor. Die mehrfache DDR-Meisterin (Kugel) Lotti Niemann und der zu den besten Weitspringern der DDR gehörende Hans-Joachim („Mäcki“) Zirck und der talentierte Hochspringer Fritz Harm kamen aus Warnemünde. Sie wurden vom Übungsleiter der „ersten Stunde“, Ernst Groothuis trainiert, hatten jedoch als Einzelkämpfer keine Perspektive in unserer BSG und verließen den Verein.

Die Erweiterung der Sportanlage in der Parkstraße, die mit dem Bau des Sportplatzes mit Rundbahn und Sprung- und Wurfanlage, der 1953 eröffnet wurde, war eine wesentliche Voraussetzung für den leichtathletischen Trainings- und Wettkampfbetrieb. Sektionsleiter war zu dieser Zeit Bäckermeister Willi Feld.

Von 1953 bis 1956 gab es eine kleine Gruppe von guten Leichtathleten. Den Kern bildeten Jürgen Rabbel, Wolfgang Laabs, Ulf Engel und Peter Kurz. Sie trainierten unter der Leitung des Sportfreundes Ernst Groothuis. Die ersten Erfolge stellten sich ein: So wurde Jürgen Rabbel 2. Bezirksmeister über 1000 Meter bei der A-Jugend. Mit dem Weggang der besten Aktiven 1955 fiel die Sektion praktisch zusammen.

Im Juni 1958 begann auf dem Sportplatz in Warnemünde erneut unter der Leitung von Ernst Groothuis ein geregeltes Training mit einer kleinen Gruppe von neu geworbenen Leichtathleten, die sich von da ab ständig vergrößerte. Später übernahm Jürgen Rabbel das Training, Sektionsleiter wurde Herbert Klüß. Zur schlag kräftigen Mannschaft gehörten Fritz Schneider, Gerhard Schauder, Eckart Peters, Joachim Heß, Ulrich Ebschner und „Tille“ Knauth. Bei den regelmäßigen Teilnahmen an Wettkämpfen stellten sich erste Erfolge ein:

So wurde 1959 Fritz Schneider (Jugend A) Zweiter bei den Bezirksmeisterschaften über 400 m. Kreismeister wurden Brigitte Allwart über 100 m und Dieter Kleinow über 200 m. Eckart Peters errang 1960 den Bezirksmeistertitel bei den Männern über 800 m. Mannschaftsvergleichskämpfe und ein Trainingslager im Harz gehörten zu den Höhepunkten.

Mit dem Einstieg von Jürgen Rabbel ins Berufsleben war die gezielte Leichtathletikarbeit im Verein 1962 wieder unterbrochen.

In der Folge gab es bis 1966 mehrere Versuche, die Leichtathletik vor allem im Nachwuchsbereich zu aktivieren. Einzelne Athleten im Erwachsenenbereich trainierten und bestritten in dieser Zeit Wettkämpfe in eigener Regie.

1967 bis 1989

1967: Neubildung der Sektion Leichtathletik nach längerer „pausierender“ Leitungstätigkeit.
Die Impulse dazu gehen von den Sportfreunden Jürgen Rabbel, Joachim Heß und Eckart Peters aus.

Mehrere Trainingsgruppen sind aktiv, es werden Erfolge bei regionalen und nationalen Wettkämpfen errungen. Die erste Trainingsgruppe dieser Periode leitet Joachim Heß, der Schwerpunkt liegt im Sprintbereich. Aus dieser Gruppe gehen mehrere Sportler hervor, die später eigene Trainingsgruppen übernehmen. Gleichzeitig trainiert eine Gruppe im Mittel- und Langstreckenbereich, die von Eckart Peters angeleitet wird.

Anfang der 70er Jahre: Die Sportfreunde Michael Kreuzberg und Günter Metelmann trainieren jeweils eine Kindergruppe. Michael Kreuzberg übernimmt später das Training der männlichen B- und A-Jugend. Aus dieser Trainingsarbeit gehen bald bemerkenswerte Einzel- und Mannschaftserfolge bei den nationalen „Kleinen Meisterschaften“ hervor.

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre nehmen, beeinflusst durch die „Laufbewegung“, die langstreckenorientierten Aktivitäten im Seniorenbereich spürbar zu. Nahezu parallel entsteht eine eigenständige Sektion „Laufen“ („Laufgruppe“) unter Leitung von Klaus Ahrens, die 1989 schon 30 Mitglieder hat.

Anfang der 80er Jahre: Das Bezirkstrainingszentrum Leichtathletik (BTZ) zur Sichtung und Förderung besonders für die Leichtathletik begabter Kinder im Stadtgebiet wird ausgebaut und Bestandteil unserer Sektion. Der seit 1976 bestehende und von Günter Metelmann geleitete Trainingsstützpunkt Warnemünde wird Teil des BTZ. Aus dem Kreis dieser jungen Sportler können viele Talente entdeckt und gefördert sowie jährlich bis zu 10 zum SC Empor Rostock delegiert werden. Einige von ihnen (wie Silke Gladisch, Kirsten Siemon und Axel Groß) werden Mitglied der DDR-Nationalmannschaft und haben neben DDR-Meistertiteln auch bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen zahlreiche Medaillen errungen. Günter Metelmann übernimmt bis 1990 eine erfolgreiche Trainingsgruppe im Mittel- und Langstreckenbereich.

Sportler unserer Sektion beteiligen sich an volkssportlichen Turnieren der Werft. 1984 und 1985 werden ein Fußball- und ein Basketballturnier gewonnen. Auch wird in diesen Jahren erfolgreich an nationalen Leichtathletik-Meisterschaften in verschiedenen Jugend- und Senioren-Altersklassen teilgenommen.

Die Mitgliederzahl unserer Sektion steigt in den 1980er Jahren auf fast 200 an; darunter ca. 130 Kinder (< 14 J.) sowie fast 40 B- und A-Jugendliche. Zur Erhaltung unserer Leichtathletikanlagen auf dem Sportplatz an der Parkstraße werden freiwillige Arbeitseinsätze im Umfang von mehr als 400 Stunden jährlich geleistet. Nach Planungen von Eckart Peters werden diese Anlagen mit Unterstützung der Warnowwerft 1975 rekonstruiert.

Regelmäßig wird von 1969 bis 1989 am 1. Mai auf dem Warnemünder Sportplatz ein überregional bekannter und gut besuchter Läufertag organisiert. Als Wettkampfleiter fungiert stets Eckhart Peters.

In diesem Zeitabschnitt wird die Sektion anfangs durch Sportfreund Jürgen Rabbel und danach etwa 25 Jahre durch Eckart Peters geleitet.

Nach der Wende

Mit Beginn der 1990er Jahre, im wesentlichen auch hervorgerufen durch die gesellschaftlichen Veränderungen, erfolgt eine Neuorientierung der sportlichen Hauptaktivitäten.

Eine konsequente Reaktion hierauf ist der Zusammenschluss der „traditionellen“ Leichtathleten mit den bis dahin eigenständig im Verein organisierten Ausdauerläufern („Laufgruppe“) zur Abteilung Leichtathletik. Die Neuorientierung betrifft zunächst vor allem die Konzentration auf den Erwachsenenbereich und auf die langen bis ultralangen Laufstrecken, es stehen Wald- und Straßenläufe im Mittelpunkt.

Hauptschwerpunkt der organisatorischen Aktivitäten der Abteilung ist die kontinuierliche Fortführung des 1982 erstmals von der „Laufgruppe“ ausgerichteten STOLTERA-Küstenwaldlaufes (seit 1993 mit der Gesamtleitung durch Günter Metelmann).

Auch das Gesundheitsbewusstsein und die Vielfalt der in der Freizeit ausgeübten sportlichen Aktivitäten nehmen tendenziell zu. So gehören heute neben dem Laufen andere ausdauerspezifische Disziplinen / Sportarten wie unter anderem das Walken, das Radfahren, das Inline-Skaten, der Skilanglauf, die alpine Skiabfahrt, das Drachenboot-Fahren, der Triathlon, das Langstreckenschwimmen und das Fußballspielen zu unserem gemeinsamen oder individuellen Programm. „Ausdauer und Fitness auf vielfältige, abwechslungsreiche Art“ beinhaltet jetzt unser Angebot.

Ein sportlicher und geselliger Höhepunkt ist der seit vielen Jahren von Gerd Eichler im Sommer organisierte Triathlon mit Schwimmen in der Ostsee, Radrennen auf sicheren Wegen und Laufen im Küstenwald. Die abschließende Auswertung erfolgt im Rahmen eines Grillfestes – 2011 bereits zum 25. Mal. Ebenfalls schon Tradition: Stets am 1. Freitag des Monats Dezember findet der Jahresabschluss mit Ehrung unserer sportlich besten Mitglieder statt.

Zeitweise haben sich in diesem Zeitabschnitt eine Radwander- und eine Wandergruppe mit Erich Lembke an der Spitze unserer Abteilung angeschlossen, so auch wieder seit dem 1. Januar 2011 die Radwanderer.

Seit 2003 werden zunehmend Walking und Nordic Walking unterstützt und gefördert. Dazu gehört auch unsere organisatorische Begleitung des von 2003 bis 2009 jeweils Anfang Oktober stattfindenden Deutschen Walkingtages in Warnemünde.

In diesen neuen Zeitabschnitt wird die Abteilung durch Eckart Peters geführt. Seit 1997 hat Günter Metelmann von ihm den Staffelstab übernommen. Aktuelle Leitungsmitglieder sind ebenfalls Gina Brzezinski, Jörg Neumann, Gerhard Rimane und Jimmy Schmidt. Per 15.06.2011 zählt unsere Abteilung 45 Mitglieder.

Zusammengestellt von Eckart Peters

Weitere Details zur Geschichte befinden sich auf der Seite der Abteilung Leichtathletik.

2 Antworten auf „Leichtathletik“

  1. Liebe „Kollegen“! (Sportart Leichtathletik)
    Ich bin Frau Harder und Sportlehrerin an der Grundschule in Lichtenhagen Dorf.
    Am 02.07. 2018 in der Zeit von ca. 7.45 Uhr bis 11.30 Uhr führen wir unter dem Motto „fit4future!“ (Präventionsinitiative der DAK) einen Bewegungstag durch, an dem wir 8 Vereinen die Möglichkeit geben wollen sich vorzustellen und Mitglieder zu werben. Diese Veranstaltung ist uns eine Herzensangelegenheit und wird zu einem festen Bestandteil unserer Schule werden.
    Unter anderem haben wir uns auch für Ihren Verein entschieden und hoffen, Sie an diesem Tag begrüßen zu können.
    Wir sind 4 Grundschulklassen (zweizügig) und haben vor, an diesem Tag im ca. 20-Minutentakt, ähnlich wie beim Stationsbetrieb, von Verein zu Verein zu wechseln, bis jede Klasse alle Vereine einmal durchlaufen hat.
    Wir würden uns sehr freuen, Sie ebenfalls begrüßen und vorstellen zu können.
    Ich bitte um eine möglichst schnelle Rückantwort, um bei eventueller Absage noch umdisponieren zu können.
    Mit sportlichen Grüßen Frau Harder !
    Wären Sie so nett,diese Mail an die entsprechenden Trainer weiterzuleiten? Das wäre schön.

  2. Sehr geehrte Herren,
    ich bin zur Zeit im Neptun und erlebe einen 14-Tägigen Urlaub.
    Zeit 13.5.18 – 27.5.18 also nicht weit von ihrer Anlage Parkstr. entfernt.
    In meiner Altersklasse 75-79 Sportabzeichen fehlen mir noch 2 Übungen
    Medizinballweitwurf 2kg u. Schleuderballwurf 1kg. Ich würde mich freuen
    wenn ich bei Ihnen diese beiden Disziplinen durchführen könnte mit
    anschließender Bestätigung dieser Leistungen.
    Auf eine positive Antwort wartend verbleibe ich mit freundlichen Grüßen. Klaus Wolf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.