Warnemünde sorgte für Überraschung

Unerwartete Ergebnisse, brisante Begegnungen und mehr bot die 1. Hauptrunde im DFB-Vereinspokals Mecklenburg-Vorpommern. So schaltete zum Beispiel nicht nur Landesligist Warnemünde die SG Warnow Papendorf (Verbandsliga) aus. Sondern Jan Kirchenberg erzielte beim 6:3-Sieg der Ostseestädter auch noch vier Tore. Die Amateure des FC Hansa taten sich schwerer als erwartet in Bentwisch. Am Ende stand ein 2:1-Arbeitssieg des Oberligisten über den Landesligisten zu Buche.

SV Warnemünde – SG Warnow Papendorf 6:3 (3:2)

Ein abwechslungsreiches Spiel sahen die Zuschauer im Jahnsportpark in Warnemünde. Papendorf erholte sich schnell vom Rückstand und bog die Partie um. Doch noch vor dem Wechsel meldeten sich die Gastgeber zurück. Durch geradliniges Spiel nach vorn erarbeiteten sie sich immer wieder Möglichkeiten und mit einem Doppelschlag wendeten sie die Partie wieder zu ihren Gunsten.

Nach dem Wechsel hatten die Papendorfer ihre beste Phase, in der Gunnar Weiß die Chance zum Ausgleich vergab. Freistehend vor SVW-Keeper Mario Werner brachte er das Leder nicht über die Linie. Nach diesem Aufreger wurden die Gastgeber wieder stärker und sorgten, bedingt durch Abwehrfehler der Gäste, für die endgültige Entscheidung. Zum Matchwinner avancierte Jan Kirchenberg mit vier Treffern.

Jens Kunath (Warnemünde): Unser Umkehrspiel funktionierte recht gut, aber in der Abwehr waren wir nicht so geordnet wie zuletzt. Dennoch haben wir die Partie beherrscht und verdient gewonnen. Dass wir schon jetzt wieder in eine Favoritenrolle gedrängt werden, ist mir gar nicht recht, denn vor uns liegt noch viel Arbeit.

Gernot Alms (Papendorf): Ein bisschen enttäuschend ist das Ergebnis schon. Wir haben ein paar Stammspieler geschont und gleich gesehen, dass wir dann einige Probleme bekommen. Dennoch dürfen wir nach der 2:1-Führung für uns nicht noch zwei Gegentore kurz vor der Pause bekommen. Nach dem Wechsel waren wir dann zwanzig Minuten am Drücker, haben uns aber durch eigene Fehler jeglicher Chance beraubt.

Bemerkenswert: Trotz seiner vier Tore war SVW-Coach Jens Kunath mit seinem Stürmer Jan Kirchenberg nicht ganz zufrieden. „Einige werden jetzt bestimmt mit dem Kopf schütteln, aber ich denke, seine Trefferquote lag heute nur bei 50 Prozent. Das kann man noch verbessern“. Lob vom Trainer erhielt wiederum David Krause, der seine gute Leistung mit dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 2:2, einem sattem Fernschuss ins Kreuzeck, krönte.

Warnemünde: Werner – Schneider, Tatewosjan, Rosenberger, Krause, Lindenberg, Freitag (75. Balbach), Frahm, Wilms, Göpfert, Kirchenberg.

Papendorf: Horning – Meyer, Tabel, Käkenmeister (Lange), Bahr, Grahnert, Weiß, Weidner, Thum, Wilhelm, Schröder (Sachse).

Tore: 1:0 Krause (12.), 1:1 Meier (23.), 1:2 Wilhelm (27.), 2:2 Krause (41.), 3:2, 4:2 Kirchenberg (43., 74.), 4:3 Bahr (75.), 5:3, 6:3 Kirchenberg (79., 81.).

Kröpeliner SV – SV Hafen Rostock 1:4 (0:3)

Der SV Hafen nahm die Partie von Beginn an ernst, bestimmte das Geschehen. Begünstigt durch Schnitzer in der Hintermannschaft der Kröpeliner lag der Favorit schnell mit 3:0 in Führung. Nach entsprechender Halbzeitansprache steigerte sich die Mannschaft von Trainer Jörg Vick, war im Vergleich zur ersten Hälfte kaum wieder zu erkennen. Um Hafen aber noch ernsthaft gefährden können, fiel der erste Treffer der Gastgeber zu spät. Mit einem Konter kurz vor dem Schlusspfiff machte Hafen den Einzug in die nächste Runde endgültig perfekt.

Jörg Vick (Kröpelin): Das waren heute zwei ganz verschiedene Halbzeiten meiner Mannschaft. Durch anfängerhafte Fehler machten wir es Hafen ziemlich leicht. In der zweiten Hälfte spielten wir besser. Nach dem 1:3 hatten wir sogar einige Chancen zum Anschlusstreffer. Am Ende geht der Sieg aber schließlich in Ordnung.
Norbert Littmann (Hafen): Wir haben das Spiel heute bestimmt und verdient gewonnen. Es war eine von beiden Mannschaften fair geführte Partie. Dennoch spielen wir noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber die Mannschaft ist gewillt, die Fehler abzustellen.

Kröpelin: Karow – Petrikat, Bonk, Ebert, Holtz, Hausburg, Albrecht (Friedrichs), Kröning, Schramke (Michel), Vick, Ewald.

Hafen Rostock: Schröder – Dittmer, Jäger, Bullerjahn (46. Krüger), Weidner (46. Schwarz), Küther, Eggert, Roost, Brose, Gütschow, Breitsprecher (46. Bruhs).

Tore: 0:1 Roost (2.), 0:2, 0:3 Gütschow (23./29.), 1:3 Vick (73.), 1:4 Jäger (90.)

FSV Bentwisch – FC Hansa Rostock (A) 1:2 (0:2)

In der Anfangsphase deutete alles auf einen deutlichen Erfolg für den FC Hansa hin. Begünstigt durch einen Fehler der Gastgeber ging der Oberligist in Führung. Aber die junge Bentwischer Mannschaft steigerte sich und zeigte vor allem im Abwehrverhalten eine gute Leistung. Durch schnelles Umkehrspiel ergaben sich sogar einige Möglichkeiten zum Ausgleich. Das Tor fiel allerdings erneut auf der anderen Seite. Auch in der zweiten Hälfte spielten die Gastgeber diszipliniert weiter und forderten dem Favoriten alles ab. Kurz vor dem Schlusspfiff keimte die Hoffnung auf eine Überraschung wieder auf. Unter dem Jubel der Zuschauer markierte Robert Franke den Anschluss- treffer. Nur wenige Minuten später eröffnete sich sogar die Chance zum Ausgleich, aber der Schlussmann der Gäste klärte die Situation. Nach Meinung der Gastgeber allerdings per Hand außerhalb des Strafraums. Eine Bestrafung durch den Unparteiischen blieb aber aus, die Amateure des FC Hansa ziehen in die 2. Runde ein.

Willy Lootz (Bentwisch): Mit dem Resultat und vor allem dem Verlauf der Partie bin ich zufrieden. Sicherlich ist der knappe Ausgang etwas ärgerlich, aber der Sieg für Hansa geht schon in Ordnung. Streckenweisen haben wir aber gezeigt, dass wir mithalten können und am Ende wurde es noch einmal ganz schön eng.

Bemerkenswert: Der FSV Bentwisch nutzte das Pokalspiel gegen die Hansa-Amateure zur Spieljahreseröffnung. Bei der erstmals durchgeführten Veranstaltung wurden alle Mannschaften der Rand-Rostocker, darunter neun Nachwuchsteams, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bentwisch: Roth – Schimansky (82. Langer), Geers, Tews, Krause, Franke, Flemming, Denz, Wornowski (72. Kaminski), Becker (59. Maaß), Orlowski.

Tore: 0:1 Krüger (3.), 0:2 Ivanow (41.), 1:2 Franke (79.).

VfL Grün-Gold Güstrow – Sievershäger SV 0:5 (0:2)

Der Oberligist dominierte das Geschehen, war den Güstrowern vor allem in punkto Schnelligkeit und Spritzigkeit überlegen. Mit ihrem aggressiven Spiel setzten die Gäste den Barlachstädtern zu und gingen frühzeitig in Führung. Mit zwei weiteren Treffern zu so genannten psychologisch günstigen Zeitpunkten, kurz vor bzw. kurz nach dem Wechsel, begruben die Sievershäger jegliche Hoffnung auf einen Pokalüberraschung.

Bernd Maske (Güstrow): Im Grunde waren wir heute chancenlos und Sievershagen hat verdientermaßen die Partie gewonnen. In der ersten Halbzeit konnten wir noch mithalten, wenngleich wir durch zwei dumme Gegentore zurücklagen.

Güstrow: Wegner – Schulze (70. Gehrmann), Bradatsch, Rosinski, Kriegel, Puschik, Jabs, Büttner, Schult (55. Hempel), Schulz, Bresemann (50. Bartels).

Tore: 0:1 Petzold (7.), 0:2 Röpcke (45.), 0:3, 0:4 Sievert (47., 68.), 0:5 Röpcke (82.).

TSV Einheit Tessin – SV Pastow 1:3 (0:0)

Über weite Strecken der Partie konnte sich Tessin den Angriffen der Gäste erwehren. Der Bezirkspokalsieger spielte aus einer sicheren Abwehr und setzte auf Konter. Mit etwas Glück wäre sogar die Führung möglich gewesen. Einem Tor am dichtesten in Hälfte eins kam aber auf der Gegenseite Nico Didszilatis – er scheiterte mit einem fulminanten Fernschuss am Innenpfosten.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts erhöhte der Landesligist nochmals das Tempo. Als nach gut einer Stunde die Kräfte beim Gastgeber schwanden, nutzten die Pastower dies aus und schossen letztlich einen ungefährdeten Sieg heraus.

Günter Eickfeld (Mannschaftsleiter Tessin): Pastow schlug die feinere Klinge, aber wir konnten über einen Stunde gut mithalten. Die Zuschauer haben ein gutes und spannendes Pokalspiel gesehen, mit einem gerechten Spielausgang.

Gerald Worzfeld (Manager SV Pastow): Über die gesamte Spielzeit waren wir die spielbestimmende Mannschaft und haben letztendlich die Partie verdient gewonnen. Einziges Manko war heute die fehlende Chancenverwertung.

Tessin: Wegner – Teichert, Müller, Zapel, Halier, Pinkohs, Dieckelmann, Thomas Eickfeld (36. Barmer), Feyerabend, Mittelstädt, F. Teske (73. Reimer).

Pastow: French – Nier, Benedict, Leuchter (78. A. Heimburger), Didszilatis, R. Zapel (60. Scherf), Lauckner, Niemann, Hinzmann, Müller, Pries (75. Bormann).

Tore: 0:1 Müller (66.), 0:2 Leuchter (68.), 1:2 Pinkohs (80.), 1:3 Scherf (85.).

TSV Graal-Müritz – Rostocker FC 2:3 (2:1)

Das 0:1 stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Graal-Müritz war in der Anfangsphase die bestimmende Mannschaft und erarbeitete sich zahlreiche gute Möglichkeiten. Nach dem Rückstand fanden die Gastgeber gleich die passende Antwort. Holger Steffen erzielte mit einem direkt verwandelten Freistoß den Ausgleich und noch vor der Pause gelang dem Gastgeber die Führung.
Nach dem Wechsel verflachte die Partie etwas. Die Rostocker kamen nun besser ins Spiel und glichen aus. Als viele schon mit einer Verlängerung rechneten, schlugen die Gäste abermals zu. Aus einem Ballverlust der Gastgeber entwickelte sich ein Konter, den der Rostocker FC zum 3:2 abschloss.

Volker Röhrich (Graal-Müritz): Diese Partie hätten wir normalerweise nicht verlieren dürfen. Über die gesamte Spielzeit haben wir kaum gefährliche Szenen vor unserem Tor zugelassen. In der zweiten Hälfte ist es uns leider nicht mehr so gut gelungen, unser Spiel nach vorne vorzutragen.

Andreas Seering (RFC): Ich denke, aufgrund der Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt geht der Sieg in Ordnung. Der Unterschied war heute vielleicht die Abgeklärtheit vor dem Tor.

Graal-Müritz: Klein – Borchardt, Baumgärtner, Gräfe, St. Röver, Spuhler, Borgwardt, Steffen, Schuchna, Seb. Röver, Spuhler.

Rostocker FC: Rösler – Krüger, Wehrheim, Altmann (90. Buse), Fazio, Jarohs (55. Dohse), Kursawe (85. Jeschok), Holz, Lex, Bogdanow, Scholz.

Tore: 0:1 Simon Bogdanow (28.), 1:1 Holger Steffen (33.), 2:1 Sebastian Röver (42.), 2:2 Martin Holz (62.), 2:3 Heiko Lex (85.).

Zusammengestellt von André Gericke
Quelle: NNN

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