Sorgen überschatten das Vereinsjubiläum

Mit einem zweistündigen Programm in der Sporthalle Gerüstbauerring beging der SV Warnemünde am Sonnabend den 60. Jahrestag seiner Gründung. „Das war schon eine tolle Sache“, meinte Ronald Schwarze. Der 41-Jährige ist seit dem vergangenen Jahr Vorsitzender des rund 1200 Mitglieder starken Traditionsvereins. Alle neun Abteilungen präsentierten sich vor einem begeisterten Publikum. Für ihre verdienstvolle Mitarbeit wurden Rolf Münch mit der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold sowie Karola Wiegratz mit der silbernen Ehrennadel des Handball-Landesverbandes ausgezeichnet. Außerdem gab es acht weitere Ehrungen durch den Stadtsportbund Rostock.

Auf dem anschließenden Empfang ließ Vize-Chef Klaus Hielscher (71) noch einmal die 60 Jahre Revue passieren. „Am 14. Mai 1949 wurde die damalige Betriebssportgemeinschaft Warnow gegründet. Neun Sportarten waren damals unter dem Dach des neuen Vereins vereint“, erzählte der ehemalige Vereinsvorsitzende, der sich langsam aus dem „Geschäft“ zurückziehen will.

Zahlreiche Umbenennungen erfolgten, im Jahre 1989 waren rund 2400 Sportlerinnen und Sportler in 19 Sportarten in der BSG Motor Warnowwerft aktiv. Nach der Wende schwanden Mitgliederzahlen und Sportarten. „Der Weggang der Fußballer vom SV Warnemünde war absolut unnötig“, gab Hielscher zu, verweist aber darauf, dass zwischen den Verantwortlichen des „SV Warnemünde Fußball“ und dem eigentliche SVW mittlerweile wieder ein ordentliches Miteinander herrscht.

Sorgen bereitet dem Vereinsvorsitzenden die Lage der Sportstätten im Seebad. „Der Verfall der Sportstätten wird immer schlimmer“, stellte Hielscher fest. Das Sportkonzept für Warnemünde sei ein erster Schritt, allerdings glaubt Klaus Hielscher nur bedingt an eine Verbesserung der Situation. „Für den SV Warnemünde ist allerdings nichts dabei. Wir brauchen eine Heimstätte“, meint Hielscher mit Blick auf das mehr als baufällige „Haus des Sports“. Trotz aller Widrigkeiten wird der SV Warnemünde weiter auf den Nachwuchs- und Breitensport setzen. „Dafür ist die Ehrenamtlichkeit der vielen Mitstreiter nicht hoch genug anzurechnen“, sagt Vereinschef Schwarze. Ringer, Handballer und vor allem die Sportakrobaten und Turner sorgen hier für eine beispielhafte Arbeit.

OLAF JENJAHN

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