Verbandsliga Saisonrückblick 2002/03

Am letzten Spieltag der Fußball-Verbandsliga schaffte Sievershagen mit dem Heimsieg gegen Strasburg den Oberliga-Aufstieg. NNN analysieren die abgelaufene Spielzeit, suchen nach Ursachen für das insgesamt durchwachsene Abschneiden der hiesigen Teams.

Die absolut positivste Überraschung war der Sievershäger SV. Kaum jemand hatte der Mannschaft von Trainer Sven Lange eine solch erfolgreiche Saison zugetraut. Aber der SSV spielte eine kons-tante Runde, ließ sich auch von einigen wenigen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen. Verlassen konnte sich der Landesmeister dabei auf seine Abwehr. Mit nur 26 Gegentoren stellte Sievershagen die beste Defensive, kassierte im Schnitt weniger als einen Treffer pro Partie. Aber auch offensiv hatten die Rand-Rostocker einiges zu bieten. Mit Oliver Sohns (20 Tore), Dan Röpcke (14) und Kapitän Robert Petzold (13) verfügte die Mannschaft über ein starkes Angriffs-Trio, das für gut 75 Prozent aller 62 Treffer verantwortlich war. Fazit: Wer an 27 Spieltagen den ersten Platz einnimmt, hat den Aufstieg auch verdient!

Einzig mit dem SV Hafen hatte Sievershagen so seine Probleme. Das Team von der Stadtweide konnte beide Duelle für sich entscheiden, wurde unerwartet Sechster. Dabei hatte Norbert Littmann fast über die gesamte Spielzeit mit großen Personalsorgen zu kämpfen. So musste (bzw. konnte) der Trainer auf Nachwuchsleute zurückgreifen, baute zahlreiche junge Spieler in die Mannschaft ein. Hafen geriet trotz der personellen Nöte eigentlich nie ernsthaft in Abstiegsgefahr, spielte vor allem eine sehr gute Rückrunde. Nur die beiden Erstplatzierten der Verbandsliga fuhren in diesem Zeitraum mehr Punkte ein. Mit nur 31 Gegentoren verfügt das Team zudem über eine stabile Abwehr und verbesserte sich in diesem Bereich gegenüber der Vorsaison (63) enorm. Verbesserungsmöglichkeiten sah Norbert Littmann hingegen im Offensivbereich. Oftmals wurden gute Chancen ausgelassen.

Auf Rang sieben kam die SG Warnow Papendorf ein. Eine noch bessere Platzierung vergab die Mannschaft in der Hinrunde, als zwischen dem 10. und 15. Spieltag lediglich zwei Punkte geholt wurden. Ansonsten spielten die Kicker aus dem Warnowtal eine konstante Runde, standen nie schlechter als auf dem siebenten Platz. Die Papendorfer trafen am dritthäufigsten ins gegnerische Netz. Allein Robert Müller trug sich 15-mal in die Torjägerliste ein. Die Verteidigungsleistung war nur Durchschnitt (47 Gegentore). Mit dem Trainerwechsel kam gegen Ende der Saison noch ein wenig Unruhe in die Mannschaft. Dennoch wurde Papendorf letztlich guter Siebenter.

Etwas enttäuschend verlief indes die Serie für den Rostocker FC. Vor allem im Abwehrbereich offenbarten sich Probleme. Kassierte die Mannschaft von Trainer Andreas Seering 2001/02 lediglich 44 Gegentore, so schlug es in diesem Spieljahr gleich 68-mal im Kasten des RFC ein. Allzu selten konnte das Team sein wahres Leistungspotenzial abrufen. Dass der Rostocker FC eine gute Truppe beisammen hat, wurde beim 2:1 gegen Greifswald oder beim 3:3 in Torgelow bewiesen. Positiv sollte die Verantwortlichen die Tatsache stimmen, dass die Mannschaft in den Spielen, in denen es darauf ankam, starke Leistungen ablieferte. Denn obwohl der RFC auf dem neunten Platz landete, wurde es gegen Saison-ende noch einmal ziemlich eng. Aber mit acht Punkten aus den letzten vier Spielen stabilisierte sich das Team von der Satower Straße und setzte sich ins gesicherte Mittelfeld ab. Mit Ringo Scholz hatten die Rostocker einen der treffsichersten Akteure in ihren Reihen. 22-mal beförderte er den Ball in den gegnerischen Kasten und landete damit knapp hinter dem Neubrandenburger Mario Kusturin auf Rang zwei der Torschützenliste.

Eine bittere Saison, die mit dem Abstieg in die Landesliga endete, erlebte der SV Warnemünde. Seit dem 2. Spieltag lag er auf einem Abstiegsplatz. Spielerisch waren die Kicker aus dem Ostseebad ihren Kontrahenten durchaus gleichwertig, aber in den entscheidenden Situationen hatten sie dann meistens dennoch das Nachsehen. In solch einem Jahr kommt eben alles zusammen. So waren mit 34 Treffern der laueste Angriff und mit 87 Gegentoren die löchrigste Abwehr im Sechzehner-Feld zu registrieren. Auswärts gab es für die Mannschaft von Trainer Stefan Hasse außer zwei mageren Unentschieden kaum etwas zu holen. Dabei lag der SVW teilweise deutlich in Führung (3:0 in Wismar/am Ende 3:4 oder 2:0 in Papendorf/am Ende 3.3). Aber auch in Spielen gegen unmittelbare Kontrahenten versagten die Nerven.

ANDRÉ GERICKE
Quelle: NNN

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